Soziale Kontakte – Gamechanger für ein langes, vitales Leben

Du hast bestimmt schon oft gehört, dass gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung wichtig sind, um fit zu bleiben.
Aber wusstest du, dass deine sozialen Kontakte mindestens genauso entscheidend für deine Langlebigkeit sind?
Doch warum sind deine Beziehungen zu anderen Menschen regelrechte Gesundheitsbooster und weshalb genau können sie mit deiner Langlebigkeit zusammenhängen?
Zunächst einmal: Longevity ist viel mehr als nur alt werden. Es geht darum, möglichst lange vital, gesund und leistungsfähig zu bleiben. Stell dir vor, du bist mit 80 noch so fit, dass du locker die Treppen zur dritten Etage nimmst. Oder du neue Hobbys entdeckst, neue Freunde findest. Genau das ist das Ziel!
Wir haben dazu bereits drei Artikel veröffentlicht, die sich um Mindset, Ernährung und Bewegung drehen.
Der hier vorliegende greift nun ein Thema auf, das viele von uns so bestimmt nicht auf dem Schirm hatten: Langlebigkeit und soziale Kontakte.
In den Blue Zones haben Forscher eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Nicht nur die Ernährung oder Bewegung spielen eine Rolle für die außergewöhnliche Langlebigkeit der Menschen dort, sondern auch der starke soziale Zusammenhalt in der Gemneinschaft!
Warum soziale Kontakte so gut für Langlebigkeit sind
Doch weshalb sind soziale Kontakte so wichtig? Was genau machen sie mit dir und deinem Körper? Lass uns mal genauer hinschauen, was gute soziale Beziehungen bewirken:
Hormonelle Effekte
- Oxytocin, unser „Kuschelhormon“, wird verstärkt ausgeschüttet. Dieses Hormon macht dich insbesondere eines: glücklich.
- Stresshormon Cortisol sinkt, was zu mehr Entspannung und Gelassenheit führt.
- Serotonin und Dopamin sorgen für gute Laune. Und gute Laune kräftigt dein Immunsystem.
- Der gesamte Hormonstoffwechsel wird positiv beeinflusst. Was einen erheblichen Einfluss auf deine gesamte Gesundheit hat, körperlich, geistig und emotional.
Immunsystem-Boost
Infolgedessen erhöhen sich deine Abwehrkräfte. Denn wer weniger Stress hat, schüttet weniger Cortisol, das typische Strsshormon, aus. Obwohl es in Gefahrensituationen hilfreich ist, schwächt ein dauerhaft hoher Cortisonspiegel dein Immunsystem.
- Auch kann eine schnellere Heilung bei Krankheiten erfolgen. Wenn du krank bist, bekämpfen deine Immunzellen die Krankheitserreger. Je weniger Stresshormone du im Körper hast, desto besser können die Immunzellen arbeiten.
- Zudem besteht ein geringeres Risiko für chronische Erkrankungen. Chronischer Stress oder permanente Unzufriedenheit, die über einen langen Zeitraum anhalten, können nicht nur das Immunsystem schwächen, sondern auch das Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen erhöhen.
Mentale Gesundheit
Das Depressionsrisiko sinkt deutlich, weil du weißt, dass Freunde und gute Bekannte dir zur Seite stehen, wenn es dir mal nicht so gut geht.
- Dein Umgang mit Stress verbessert sich, denn in Stresssituationen fangen dich Freunde mit einem guten Gespräch oder einer Umarmung auf.
- Freunde und Bekannte fordern dich heraus – sei es, indem sie mit dir neue Erlebnisse kreieren oder sich in einem Gesellschaftsspiel mit dir messen. Geistige Herausforderungen schützen erwiesenermaßen vor Demenz.
- Und zu guter Letzt hast du eine stabilere emotionale Balance. Du fühlst dich nicht alleine und weißt, dass du in Krisensituationen Menschen an deiner Seite hast.
Du kannst es dir bestimmt schon denken, das alles wirkt sich positiv auf deinen Stoffwechsel und somit auf deine organische Gesundheit aus.
- Deine Verdauung verbessert sich, weil du entspannter bist.
- Dein Blutzuckerspiegel bleibt stabil, weil deine Hormone in Balance sind.
- Und die Nährstoffaufnahme wird optimiert, denn emotionale Balance und Stabilität wirken sich auf den gesamten Verdauungstrakt aus.
Okay, alleine diese Aufzählung zeigt schon, wie wichtig es ist, wertvolle und befriedigende soziale Kontakte zu haben.
Dabei ist es unerheblich, ob diese Kontakte familiärer oder freundschaftlicher Natur sind. Wichtig ist, dass du von Menschen umgeben bist, die dich unterstützen und begleiten.
Somit ist auch die Frage geklärt, ob nur enge Familienangehörige die sozialen Kontakte ausmachen oder ob es auch deine Wahlfamilie sein kann.
Wenn du hier jetzt einwendest, dass es für den einen oder anderen oftmals schwer mit den Menschen ist, und sie stattdessen tierische Freunde bevorzugen, können wir dazu nichts sagen, außer: Es ist wahrscheinlich einerlei, woraus sich deine Oxytocinschübe und Serotonin-Highs ergeben. Hauptsache, sie sind vorhanden.
Praktische Umsetzung: So stärkst du deine sozialen Kontakte und förderst damit deine Langlebigkeit
Jetzt fragst du dich vielleicht: „Klingt ja toll, aber wie setze ich das konkret um, wenn ich nicht so der soziale Typ bin?“
Wir können das verstehen, denn nicht jeder ist der geborene Socializer und Networker. Manchem wurde die Fähigkeit Bindung aufzubauen regelrecht abtrainiert.
Mit den Worten: „Mach dich nicht angreifbar, indem so offen bist. Gib nicht so viel von dir preis, denn du weißt ja nicht, was der andere mit seinem Wissen macht“ haben viele von uns in der Kindheit ihren natürlichen Wunsch nach Nähe und Freundschaften verleidet bekommen.
So hat mir meine Mutter einmal davon abgeraten, mit meiner Freundin allzu „eng „zu sein. Denn wer wisse schon, wozu sie ihr Wissen benutzen würde.
Dennoch ist jeder Mensch mit dem Wunsch nach Kontakt und Nähe auf die Welt gekommen, sonst hätte er nicht überlebt.
Wenn du zu den Menschen gehörst, die nur schwer Kontakt finden und schlecht Nähe aufbauen können, haben wir ein paar Tipps, wie du deine eingeschlafenen (oder bislang nicht vorhandenen) sozialen Kontakte wieder aufweckst.
Gute Strategien, um Kontakte zu knüpfen oder wieder zu beleben
Bestehende Kontakte vertiefen
Jeder von uns hat Beziehungen, Freundschaften, lose Kontakte oder Bekanntschaften, die er im Laufe seines Lebens gemacht hat. Manchmal trennen wir jedoch die Verbindungen, aus welchen Gründen auch immer.
Wenn du zu der Gruppe gehörst und du wieder Kontakt möchtest, gehe in die Offensive. Spring über deinen Schatten und
- plane regelmäßige Treffen mit Familie und Freunden oder lockeren Bekannten.
- Führe dabei richtige Gespräche statt nur Small Talk. Erkundige dich ehrlich nach ihrem Leben, nach den Dingen, die ihnen wichtig sind. Nach dem, was sie in der Zwischenzeit gemacht haben.
- Schaffe gemeinsame Rituale (z.B. Sonntagsbrunch oder monatliche Kinobesuche) und baue eine neue Verbindung zu ihnen auf.
- Wenn Freunde von dir vor langer Zeit weggezogen sind, vielleicht sogar ausgewandert, nutze Videocalls und Social-Media-Kanäle, um mit ihnen wieder in Kontakt zu kommen.
Neue Kontakte knüpfen
Vielleicht willst du keinen Kontakt mehr zu früheren Freunden oder zu deiner Familie. Das ist in Ordnung, du musst dich niemandem gegenüber rechtfertigen.
Knüpfe neue Verbindungen, indem
- du dich Interessengruppen anschließt oder
- dich für Kurse anmeldest, die dich schon immer interessiert haben.
- Nutze Sport- und Fitnessgruppen oder Fitness-Studios.
Oft finden sich hier tolle Gemeinsamkeiten, die dann zu gemeinsamen Aktivitäten führen. Und du hast sogar von Anfang an viele Themen, über du dich locker unterhalten kannst.
Oder du engagierst dich ehrenamtlich. Auch das kann eine wertvolle Quelle sozialer Kontakte sein. Durch gemeinsame uneigennützige Tätigkeiten entstehen oft sehr wertvolle Verbindungen.
Gemeinschaften aktiv gestalten
Wenn du sehr kommunikativ bist, dann sind die folgenden Ideen vielleicht etwas für dich.
- Organisiere selbst Treffen, zum Beispiel, um regelmäßig Hunde aus Tierheimen auszuführen.
- Starte eine eigene Gruppe, zum Beispiel eine Wandergruppe, die sich regelmäßig trifft.
- Werde Mentor für andere, indem du zum Beispiel benachteiligten Jugendlichen aus deiner Stadt Ansprechpartner für Behördengänge bist.
- Teile dein Wissen und deine Erfahrungen, indem du freiwillig auf Veranstaltungen sprichst.
Aufgaben als sozialer Multiplikator
Es geht bei alledem nicht nur darum, irgendwas zu machen. Es geht darum, etwas Bedeutungsvolles zu machen. Etwas, das dir einen Sinn gibt und für andere sinnvoll ist.
Beispiele hierfür können sein:
- Ein kleines Business mit Gleichgesinnten zu starten. Ich kenne Frauen, die gerne Kosmetik und Kerzen aus biologischen/natürlichen Zutaten herstellen. Und diese regelmäßig auf einem Wochenmarkt verkaufen.
- Gib Workshops in deinem Expertisebereich. Wie zum Beispiel die Bekannte von mir, die schon lange Yoga macht und dies nun in Kursen für einen Anerkennungsbetrag anbietet.
- Organisiere Community-Events, zum Beispiel Straßenfeste oder Ausstellungen mit lokalen Künstlern.
- Engagiere dich in sozialen Projekten, zum Beispiel in lokalen NGOs.
Die häufigsten Hindernisse und wie du sie mit einem 30-Tage-Plan überwindest
„Ich habe keine Zeit!“
„Ich bin zu schüchtern!“
„Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll!“
Wenn du dich in einem der Sätze wiedererkennst, darfst du gerne weiterlesen. Und dann diesen genialen 30-Tage-Action-Plan für mehr soziale Kontakte anwenden.
Woche 1:
- Erstelle eine Liste deiner bestehenden Kontakte
- Plane mindestens zwei persönliche Treffen
- Recherchiere Gruppen in deiner Umgebung
Woche 2:
- Melde dich bei einer Interessengruppe an
- Führe ein tiefgehendes Gespräch mit einem Freund
- Plane ein kleines Event bei dir zuhause
Woche 3:
- Besuche deine erste Gruppenaktivität
- Kontaktiere einen alten Freund
- Überlege dir ein regelmäßiges soziales Ritual
Woche 4:
- Evaluiere deine bisherigen Aktivitäten: Was läuft gut, wobei tust du dir schwer?
- Plane langfristige soziale Projekte
- Etabliere deine neuen sozialen Gewohnheiten
Fazit: Deine sozialen Beziehungen sind Gold wert
Langlebigkeit ist auch ein „Beziehungsding“. Je mehr du in deine sozialen Kontakte investierst, desto größer wird deine „Gesundheitsdividende“.
Oder anders ausgedrückt: Je mehr enge Kontakte du hast, desto befriedigender ist dein Leben. Bis ins hohe Alter hinein.
Dabei geht es nicht um die Quantität, sondern um die Qualität deiner Beziehungen. Lieber ein, zwei gute Freunde als zwei Dutzend flüchtiger Bekannte.
Denk dran: Jeder Kontakt, den du heute knüpfst oder vertiefst, ist eine Investition in deine Gesundheit und Langlebigkeit.
Also, worauf wartest du noch? Dein vitales, langes Leben wartet darauf, von dir aktiv gestaltet zu werden!
Wichtiger Hinweis:
Die Informationen auf fitfor120.com werden nach bestem Wissen und Gewissen weiter-gegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die direkt oder indirekt aus der Verwendung unserer Angaben entstehen.
Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultiere bitte deinen Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.
Klinische Studien und sonstige Quellenangaben
https://www.scienceopen.com/document?vid=d639ec2a-c4d2-492d-942b-f458dd4a0434
Lessons from the Blue Zones,
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